Kings German Legion 

1803 Im Frühjahr besetzten französische Truppen das Kurfürstentum Hannover. Dadurch war die hannoversche Armee gezwungen, sich ohne ernsthafte Verteidigung über die Elbe nach Norden zurückzuziehen (Borstel, 2. Juni). Die Elbkonvention vom 5. Juli besiegelte Hannovers Schicksal als Napoleons Beute und die kurhannoverische Armee wurde aufgelöst.

Die Übernahme Hannovers wurde in England nie als gültig angesehen. Stattdessen wurden zwei Majors, Friedrich von der Decken und Colin Halkett, Patente erteilt, um Deutsche zu rekrutieren, die meisten Rekruten waren im Exil lebende Hannoveraner.
Als "Königliches Deutsches Regiment" vereint, wurden diese frühen Truppen in grünen Uniformen fortan das 1. und 2. Leichte Bataillon der KGL.

Einige Wochen später, als sich die Nachricht über die Rekrutierung verbreitet hatte, schrieben sich immer mehr Männer ein. Schließlich war die Zahl der Rekruten, die in englischen Häfen ankamen, so überwältigend, dass Pläne entwickelt wurden, ein Korps aller Waffen zu erheben. 

Durch das königliche Patent vom 19. Dezember wurde die DEUTSCHE LEGION DES KÖNIGS errichtet. Der neuen Legion wurden Artillerie-, Kavallerie- und Linieninfanterieeinheiten hinzugefügt.

1804 wurden in Südengland, Depots für die Legion eingerichtet. Vor Jahresende hatten sich insgesamt drei Husarenregimenter, zwei Dragonerregimenter und ein Artillerie-Regiment aufgestellt.
Ebenfalls wuchs die Infanterie schnell an. Innerhalb dieses Jahres waren vier Bataillone Linieninfanterie aufgestellt und der erste Kader für das Fünfte bildete sich bereits. 
Die Linienbataillone hatten eine Aufstellung von sechs, später acht und schließlich jeweils zehn Kompanien. 

Nach dem hannoverschen System hatten alle Linieninfanterie-Bataillone einen Scharfschützenbereich. Uniform und Ausrüstung entsprachen dem britisch-hannoverschen Muster, wobei die Uniform rot war. 

1805 Die Legion verbrachte den größten Teil des Jahres mit Wachdienst an der Südküste Englands, da Napoleon ein riesiges Lager in Boulogne aufstellte, um seinen Plan der Invasion Englands voranzutreiben. Aber im Spätsommer war die Mehrheit dieser Truppen schließlich auf dem Weg, um gegen Österreich zu kämpfen.

Lord Horatio Nelsons Sieg in Trafalgar gegen die kombinierte französische und spanische Flotte hatte Napoleons Plan, in England einzudringen, letztendlich vereitelt.

Daraufhin zogen sich die französischen Truppen aus Hannover zurück und die Hoffnung auf die Befreiung wuchs. Im November landete eine Expeditions-Truppe der KGL an der Elbe, unterstützt von Russischen und Schwedischen Truppen, um langsam nach Hannover vorzurücken. 

Durch Napoleons Sieg in Austerlitz, wurde die Operation der KGL vereitelt. Trotz des Rückzuges sprach sich die Rekrutierung in Deutschland weiterherum und brachte in drei Monaten weitere 7.000 neue Rekruten für die Königlich Deutsche Legion.

 

1806 Nach dem Rückzug wurde ein Großteil der Legionen direkt nach Irland weitergeleitet. Die neu errichteten Linienbataillone 5., 6., 7. und 8. verblieben noch eine Zeit in England. 
Im Sommer folgten dann auch das 5. und 6. Linienbataillon auf die grüne Insel, während das 1. und 2. Linienbataillon nach Gibraltar verschifft wurde.

1807 Nach einigen ruhigen Monaten in Irland überschifften die Linienbataillone 5.,6., und sieben Ende Mai nach Schwedisch-Pommern, das einen letzten Brückenkopf bildete, der in das preußische Gebiet eindrang und jetzt von Napoleon Bonaparte erobert wurde. 
Am 15. Juli landeten acht Bataillone der Königlich Deutschen Legionsinfanterie, zwei Regimenter von Legionshussaren und vier Legionsbatterien mit Artillerie auf der Insel Rügen. Weniger als einen Monat später setzten alle Männer nach Stralsund über. Das Schwedisch/ deutschen Truppen unterlagen. Einige Tage nach ihrem Rückzug wurde die Festungsstadt Stralsund evakuiert, Anfang September musste auch die Insel Rügen aufgegeben werden.


Die von Rügen abgezogenen Legionstruppen trafen sich in Kopenhagen und schlossen sich mit beiden aus Gibraltar zurückgekehrten Linienbataillone und das in England verbliebene Regiment zusammen. Insgesamt hatte die KGL mit knapp 10.000 Mann aller Waffengattungen einen Löwenanteil an diesem Expeditionskorps.

Französisch Kopenhagen wurde belagert und ergab sich am 7. September nach schwerem Bombardement. Danach folgte die Rückschiffung der Bataillone nach England.

1808 Die nach England zurückgekehrten sechs Bataillone Legionsinfanterie, darunter auch das 5.Linienbatallion, die dritten Husaren und die erste und vierte Fußbatterie segelten im Mai unter Sir John Moore nach Göteborg, Schweden. Da man mit dem schwedischen König aber zu keinerlei Aktionen übereinkam, segelte die Expedition zurück nach England. 

Hier wurden die Schiffe, ohne die Truppen anzulanden, neu verproviantiert und am 31. Juli nach Nord-spanien (Vigo) verschifft. Dort sollte Sir Arthur Wellesleys Expeditionskorps unterstützt werden. Nach den Siegen am 17. und 21.August wurde die Legion am 29. August ab der Bucht von Maceira, nördlich von Lissabon ausgeschifft. Der britische Feldzug in Spanien ging weiter.

1809 Zu Jahresbeginn war die britische Expedition in Spanien kläglich gescheitert. Die eingeschifften Truppen kehrten in stürmischem Wetter nach England zurück und erlitten dabei weitere Verluste. 
Nach dem anfänglichen Rückzug besann man sich in England und sandte frische Truppen in die Region Lissabon. Am 22. April traf der neue Oberkommandierende in Lissabon ein, Sir Arthur Wellesley. Die Linienbataillone 1, 2, 5 und 7 der Legion nahmen an diesen Gefechten am Douro teil und hatten geringe Verluste zu beklagen. Bis Ende Juni zogen sich die Briten wieder in die Nähe Lissabons zurück. 

Am 27. Juli bei Wellesleys Wunschposition Talavera schlossen die Truppen sich zur zweitägigen Schlacht zusammen. Das blutige Gemetzel der etwa gleichstarken Armeen (je ca. 50.000 Mann) endete mit dem Abzug der Franzosen.

Die Linienbataillone der KGL hatten in schweren Kämpfen Ihre Position im Zentrum der Stellung behauptet. Das 5. Linienbataillon fand nach erbittertem Handgemenge gegen das 28. französische Linienregiment am Abend drei französische Adler/Standarten auf dem Schlachtfeld. Wellesley wurde für seinen Sieg zum Herzog von Wellington erhoben.

Hunger und Krankheiten führten in den kommenden Monaten zu zahlreichen Ausfällen. Das Guadiana Fieber raffte zahlreiche Soldaten nieder und nach mehreren Niederlagen der spanisch/britischen Truppenverbände zog Wellington seine Kräfte im Dezember nach Nord-Portugal zurück.

1810 Wellington stellte sich Massena bei Bussaco am 27. September zum Gefecht. An diesem nahmen die Linienbataillone 1, 2, 5 und 7 teil, sowie die wieder anwesenden beiden leichten Bataillone der KGL. Die Schützenzüge der leichten und der Linienbataillone finden bei dieser Aktion besondere Erwähnung, weil sie sich des französischen Voltigeurs überlegen zeigten. Die französischen Truppen wurden durch die KGL niedergemetzelt.

Die britisch-portugiesische Armee zog sich bis Mitte Oktober hinter die befestigte Hügelkette von Torre Vedras nördlich Lissabons, wo sie sich wie geplant verschanzte. Massena erkannte die Aussichtslosigkeit, hier anzugreifen. 

1811 Im März gab Massena auch die Position um Santarém auf und begann den vollständigen Rückzug seiner ausgemergelten und dezimierten Regimenter nach Salamanca. Anfang Mai stieß Massena mit 45.000 Mann erneut vor. Vom 3. bis zum 5. Mai tobte ein erbittertes Ringen, das die britisch-alliierten Kräfte unter Wellington am Ende für sich entschieden. Zum Ende des Jahres setzte der Abzug der französischen Regimenter ein, die für Napoleons russisches Abenteuer benötigt wurden.

1812 Als Wellington Anzahl und Qualität seiner Gegner schwinden sah, war für Ihn die Zeit der Offensive gekommen. Im Januar wurde Ciudad Rodrigo gestürmt, Anfang April Badajos.
Nach dem Tode General Robert Crawfords beim Sturm auf Ciudad Rodrigo erhielt Anfang Mai ein KGL-Kommandeur, der Generalmajor Karl von Alten, das Kommando über die berühmte britische Light Division.

Wellington hatte die beiden Tore nach Spanien in kurzer Zeit aufgestoßen, jetzt richtete er gen Salamanca. Wellington gelang ein herausragender Sieg. Am folgenden Tag erwischte die KGL die Nachhut Marmonts bei Garcia und stürzten sich auf die französischen Infanteriekarrees. Sie zerschlugen nacheinander drei Karrees. Wellington, selbst Augenzeuge dieses Gefechtes, war voll des Lobes. 

Als Reaktion auf den überragenden Sieg der Königlich Deutschen Legion erhielten sämtliche KGL Offiziere permanenten Rang in der britischen Armee. Die einst "ausländische Söldnertruppe" war damit ein den Regimentern von den Inseln gleichwertiger Bestandteil der britischen Armee geworden.

1813. In Norddeutschland wurde aus etwa 400 Mann, bestehend aus Ersatzmannschaften der beiden leichten Bataillone, des 1.,2. Und 5. Linienbataillons der Königlich Deutschen Legion ein Detachement gebildet, was am 29. April in Hamburg eintraf, um die Truppen Lauenburgs bei der Befreiung Hamburgs zu unterstützen. Trotz des Wiederstandes musste Hamburg am 30.Mai den Franzosen erneut überlassen werden. Die Linien zogen entlang Lübeck/Ratzeburg/Lauenburg, um die Elbe zu halten. Die Truppen wurden von England aus aufgestockt und durch die KGA, sowie KGH unterstützt. Mitte September kam es zur Göhrde-Schlacht.

Währenddessen, nach einem guten halben Jahr Winterruhe, in welcher die Ausbildung und die Ausrüstung seiner Regimenter vervollständigt wurden, trat Wellington am 21. Mai den Vormarsch gen Nordspanien an.

Am 21. Juni stellte er die zusammengeraffte Streitmacht unter Joseph Bonaparte vor   Vitoria am Zadorra Fluss. Statt frontal anzugreifen, wie vom Gegner erwartet, griffen die Alliierten jedoch in einer Art Zangenbewegung mit mehreren Kolonnen an. An einem dieser Vorstöße in die gegnerische Flanke nahmen fünf Bataillone der KGL-Infanterie teil. 

Mit der Niederlage bei Vitoria war die französische Herrschaft in Spanien endgültig gebrochen. Über 150 Geschütze und an die 3000 Bagage- und Trosswagen wurden durch die Alliierten geplündert. 
Bereits im Juli griffen die Franzosen die besetzten Pyrenäenpässe an, um das belagerte Pamplona zu entsetzen. Die mehrtägigen schweren Gefechte konnten von Wellington knapp für sich entschieden werden. Ab Mitte Dezember ruhen die Kampfhandlungen auch aufgrund des schlechten Winterwetters. Die Ruhe währte bis zum folgenden Februar.

1814 Wellingtons Vorstoß nach Frankreich bewirkte die Beendigung des Krieges zum

31. März Napoleon dankte ab. Im weiteren Verlauf des Jahres fanden große Truppenbewegungen statt.

Derweil spanische und portugiesische Verbände in Ihre Heimat aufbrachen, fanden sich die meisten KGL Einheiten, darunter auch das 5. Linien Bataillon bald in den Niederlanden wieder. 

Vorerst war die britische Regierung bemüht, die KGL als Einheit zu erhalten.

Der Nachwuchs blieb aber spärlich, bedingt durch allgemeine Kriegsmüdigkeit

und gänzlichen Mangel an wehrtüchtigen Männern im ausgelaugten Hannover.

Zudem konkurrierte die KGL jetzt mit den zahlreichen 1813 und 1814 neu aufgestellten hannoverschen Freiwilligenbataillonen und Landwehreinheiten.

In dieser Zeit in den Niederlanden genossen die abgekämpften Veteranen der Feldzüge auf der iberischen Halbinsel erstmals die Früchte ihrer vorangegangenen Entbehrungen. So klang das Jahr 1814 in Europa nach jahrelangen Kriegen endlich wieder einmal in Frieden aus. Kaum einer ahnte, dass das große Finale erst noch bevorstand.

1815 Der im Vorjahr gefundene Frieden war von kurzer Dauer. Napoleon Bonaparte floh alsbald nach Beginn des neuen Jahres von der Insel Elba und ergriff erneut die Regierungsgewalt in Frankreich. Die europäischen Mächte erklärten ihm sofort den Krieg. 

Napoleon zog mit seinen Truppen gen Norden, um zuerst die in Belgien stehenden Armeen zu schlagen, die britisch-deutsch-niederländischen unter Wellington und die preußische unter Blücher. 


Am 16. Juni drängte er Blüchers Truppen bei Ligny zurück.

Am 18. Juni stellte sich ihm Wellingtons Armee zur Schlacht, der Vereinigung mit den anrückenden Preußen harrend.

In dieser Schlacht von Waterloo war fast die gesamte KGL anwesend. Nur die Linienbataillone 6. und 7. weilten noch auf Sizilien. 

Während die Linienbataillone 1. bis 4. als 1. KGL-Brigade im westlichen Schlachtfeld

hinter Hougomont fochten, hatten das 5. und 8. Linienbataillon, sowie die zwei leichten Bataillone als 2. KGL-Brigade im Zentrum des Schlachtfeldes eine Schlüsselposition inne. Nach dem Fall des Pachthofes La Haye Sainte, den das 2. leichte Bataillon nach schweren Verlusten und Ausbleiben von Munitionsnachschub aufgeben musste, fielen dem französischen Druck im Zentrum auch die beiden dahinterstehenden Linienbataillone zum Opfer. Sie wurden beim Versuch, den französischen Ansturm zurückzudrängen, regelrecht zerschlagen. 

Wellington stopfte die entstandene Lücke und die Schlacht war entschieden. So scheiterte Bonapartes letzter, verzweifelter Versuch, mit der noch nicht engagierten Hälfte seiner Garden die britisch-alliierten Linien zwischen La Haye Sainte und Hougomont zu durchbrechen. Die britisch-alliierte Schlachtlinie rückte vor und die gesamte französische Armee floh in wildem Durcheinander gen Süden.

Die Einheiten der KGL nahmen an der Verfolgung der zerschlagenen französischen Armee du Nord teil und gelangten mit Wellingtons Armee nach Paris, wo sie Teil der Besatzung wurden.
Am 24. Dezember, fast auf den Tag 12 Jahre nach ihrem Entstehen, ordnete der Prinzregent im Namen des Königs die Auflösung der Legion an. Die im Raum Paris stehenden KGL-Einheiten brachen noch in den letzten Tagen des Jahres gen Heimat auf.

1816 Am 24. Februar wurden die aus Frankreich zurückgekehrten Einheiten in Hannover aufgelöst, Ende April kamen die verbleibenden Infanterie- und Artillerieeinheiten der KGL aus Italien an und wurden am 24. Mai aufgelöst. Einige Soldaten und mehrere Offiziere der Legion fanden ihren Weg in die hannoversche Armee, andere kehrten in ihr ziviles Leben zurück. Die Traditionen und Ehren der Legion wurden in der neu entstehenden hannoverischen Armee, die sie bis in den ersten Weltkrieg, weitergeführt.